Aktien – Investieren in Wertpapiere

Es wird viel über Aktien und Wertpapiere geredet, jedoch ist vielen nicht wirklich klar was unter diesen Begriffen zu verstehen ist. Eine Aktie ist zum Beispiel der Bruchteil von einem gewissen Grundkapital. Im deutschen Aktiengesetz steht weiter, dass eine Aktie auch ein Wertpapier ist, wenn dieses den Anteil an einer Gesellschaft verbrieft. Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass eine Aktie die Rechte und Pflichten widerspiegelt, welche der Aktionär mit der Gesellschaft eingegangen ist. Sie werden zudem meist an Wertpapierbörsen gehandelt, aber außerbörslich.  Wo und wie Aktien gehandelt werden ist nicht bindend. Es kann also im Prinzip an jeder beliebigen Börse mit Aktien gehandelt werden.

Bedeutung von Aktien

Aktien haben heute eine solch hohen Stellenwert, da mit Ihnen der Wert von Unternehmen bestimmt werden kann. Wird eine Aktiengesellschaft gegründet, wird festgelegt wie hoch die Anzahl der Aktien ist die das Grundkapital widerspiegeln. Diese Aktien werden dann entweder als Stückaktien gedruckt und ausgegeben oder in einem Buch verbrieft. Die Ausgabe von den Stückaktien hat auch einen eigenen Namen und nennt sich Emission. Bei einer Kapitalerhöhung wird die Anzahl der Aktien der Erhöhung angepasst.

Es gibt bei Aktiengesellschaften zwei Arten von Aktien: die Nennwertaktie und die Stückaktie. Die Nennwertaktie bestimmt den Anteil am Grundkapital einer Gesellschaft. Dieser Wert kann unterschiedlich auf die Aktien aufgeteilt sein, also können zum Beispiel 50 Aktien den Wert von EUR 1.000 haben und andersherum auch eine Aktie nur den Wert von EUR 50. Anders ist dies bei den sogenannten Stückaktien. Diese haben keinen festen Wert, sondern entsprechen nur ihrem Anteil am Grundkapital. Dieser Wert berechnet sich wie folgt: Buchwert der Aktie = Eigenkapital / Anzahl der Aktien. Der Buchwert ist gleichzusetzen mit dem Eigenkapital. Der Wert eines Unternehmens an der Börse berechnet sich leicht, indem die Anzahl der Aktien mit dem momentanen Aktienkurs multipliziert wird.

Damit mit Aktien eines Unternehmens Geld verdient werden kann, kann der Vorstand eine jährliche Dividende ansetzen bzw. vorschlagen, welche von der Hauptversammlung endgültig beschlossen werden muss. Die Gewinnausschüttung erfolgt dann an alle Aktionäre. Eine weitere Form mit Aktien Geld zu verdienen ist der Verkauf oder der Ankauf. Wer in der Lage ist klever mit Aktien zu handeln, der kann über die richtige Auswahl des Verkaufszeitpunkts eine Menge Geld verdienen – vorausgesetzt der Kurs steht höher als zum Zeitpunkt des Aktienkaufs. Andersherum kann aber auch jeder über Aktienhandel einen Totalverlust erleiden, wenn er sich beispielsweise bei Termingeschäften o.ä. “verzockt” hat.

Geschichte der Aktie

Da die Aktie früher noch als Urkunde ausgegeben worden ist, gilt sie auch heute noch unter dem Begriff Wertpapier aufgeführt. Die Aktienurkunde gab Auskunft über den Nominalwert bzw. die Stückzahl, wodurch der Wert des Aktienpaketes ermittelt werden konnte. Die erste bekannte Wertpapierurkunde stammt aus dem Jahr 1288. In diesem Fall wurde 1/8 einer Kupfermine verbrieft. Diese erste Aktiengesellschaft ist noch heute vorhanden. Im europäischen Wirtschaftsraum war die erste Firma, welche an der Börse gehandelt wurde, die Vereinigte Ostindische Kompanie. Im Jahr 1602 schloss sich diese aus vielen verschiedenen Firmen zusammen. Somit setzte sie Maßstäbe für weitere Zusammenschlüsse und ist noch heute Vorbild für viele verschiedene Aktiengesellschaften. Deutschland beteiligte sich recht späte am Aktienmarkt. Erstmals im Jahre 1809 wurden in Deutschland Aktien gehandelt.

Da sich immer mehr Aktiengesellschaften gegründet haben und es im Zuge dessen immer mehr Wertpapiere gab, wurden diverse Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um die Urkunden zu schützen. Es wurden sogenannte Depotbanken gegründet, wo die Besitzer der Aktienpakete – Besitzer von mehr als einer Aktie – hinterlegen konnten. Durch die Entstehung einer zentralen Anlaufstelle für die Aktienoptionen ist der Einfluss der Banken immer größer geworden. Die Banken können beispielsweise das Stimmrecht all ihrer verwaltenden Aktien ausüben und haben somit viel Spielraum in Hinblick auf das Ausüben von Druck auf die Wirtschaft. Nach den diversen Krisen an den Aktienmärkten wurden die Regeln jedoch schon soweit geändert, das der eigentliche Besitzer der Aktien eine Vollmacht schriftlich an die jeweilige Bank übermitteln muss, damit diese mit seinen Aktien handeln darf.

Manche Sammler haben es sich auch zur Aufgabe gemacht besonders alte und schöne Wertpapiere zu sammeln und bei sich zu Hause aufzubewahren.

Was ist eine Aktienemission?

Wenn Aktien an einen Aktionär ausgegeben werden, so wird dies als Emission bezeichnet. Der Herausgeber der Aktie wird demnach auch Emittent genannt. Es gibt einige verschiedene Möglichkeiten Aktien ausgeben zu lassen. Die vorrangige Variante ist die Ausgabe der Aktien bei der Gründung der Aktiengesellschaft. Hierbei kann es sich um ein neugegründetes Unternehmen handeln oder auch um ein bereits existierendes Unternehmen mit einer anderen Rechtsform. Diese lassen sich ebenso problemlos in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Eine weitere Möglichkeit neue Aktien auszugeben ist der sogenannte Aktien-Split, wo die Aktien im Prinzip geteilt werden. Der Aktionär bekommt für eine alte Aktie einfach zwei Neue, ohne dass sich der Wert verändert. Die letzte Option besteht darin, dass eine Kapitalerhöhung durchgeführt wird. In diesem Fall werden dann einfach neue Aktien zu den bestehenden alten Aktien hinzugefügt, damit die Anzahl der Aktien weiterhin den Grundwert der Aktiengesellschaft entsprechen.

Mit Hilfe drei verschiedener Verfahren wird der Preis der Aktie im Anschluss festgesetzt. Die Verfahren heißen Bookbuilding-Verfahren, Festpreisverfahren und Auktionsverfahren. Die letzte Variante ist jedoch nur im holländischen und amerikanischen Raum üblich. In jedem Fall ist es nicht gestattet den Wert einer Aktie zu vermindern, also unter pari zu verkaufen. Üblich ist es die Aktie über pari zu verkaufen, da so auch gleich noch ein Anreiz geschaffen wird neue Aktien zu kaufen.

Aktien in Deutschland

In Deutschland ist es relativ einfach Aktien zu handeln und mit diesen auch Gewinn zu machen. Das liegt vor allem an dem doch sehr guten Aktiengesetz und an einer doch vorhandenen Transparenz.

Der Aktionär hat laut dem Gesetz das Recht an der Hauptversammlung teilzunehmen. Auch ein Rederecht wird dem Aktionär bei dieses Versammlung eingeräumt. Weiterhin hat der einzelne Aktionär auf der Hauptversammlung ein Stimmrecht, womit er zum Beispiel den Vorstand entlasten kann oder über die Gewinnausschüttung abstimmt. Ein weiteres Recht ist es, dass der Aktionär einen Anteil am Bilanzgewinn hat.

Zudem untersteht der Aktienhandel in Deutschland der Börsenaufsicht BaFin. Diese Institution ist mit dafür verantwortlich, dass die gesetzlichen Richtlinien eingehalten werden. Sie veröffentlicht auch die jährlichen Bilanzen. In diesen Berichten wird eingehend der Handel mit Wertpapieren und Aktien dargestellt und wie sich der Handel in dem betreffendem Jahr entwickelt hat. So wird eine gewisse Transparenz geschaffen, welche für einen guten Überblick über alle momentan verfügbaren Aktiengeschäfte gibt.