Aktienkurse – Wie funktioniert ein Aktienkurs?

Die Begriffe Aktienkurse und Börsenkurse werden meist synonym verwendet. Mit diesem Kurs wird gezeigt wie ein bestimmtes Finanzinstrument an der Börse momentan von Anlegern und Händlern bewertet wird. Der Kurs ergibt sich grob also aus den Faktoren Angebot und Nachfrage. Es gibt jedoch auch sogenannte Taxakurse, welche von einem Wertpapierhändler festgesetzt werden, da der genaue Wert der Aktien nicht ermittelt werden kann und dementsprechend eine Schätzung erfolgt.

Wird von dem normalen Aktienkurs ausgegangen werden zunächst alle Kaufwünsche und Verkaufswünsche entgegengenommen und bilden die sogenannte Order. An Hand dieser Wünsche wird von dem zuständigen Börsenmakler geguckt zu welchem Kurs der größtmögliche Umsatz an Aktien möglich ist. Da bei jedem potenziellen Käufer und Verkäufer verschiedene Ausgangslagen vorhanden sind, ist die Ermittlung der Aktienkurse teils sehr rational und auch irrational.

Wie entstehen Aktienkurse?

Im Folgenden werden die einzelnen Schritte, welche zu der Ermittlung eines Aktienkurses notwendig sind, erläutert, um aufzuzeigen, wie differenziert die Anliegen der Protagonisten sind.

Zu Beginn ist es so, dass jede zu handelnde Aktie in ein sogenanntes Orderbuch eingetragen wird. Hier wird eine fiktive Aktiengesellschaft genommen, um das Beispiel zu verdeutlichen. Die „null AG“ wird seit einigen Tagen gehandelt und hatte einen Einstiegswert von 20 Euro pro Aktie und ist in den wenigen Tagen stark gestiegen. Der letzte aktuellste Wert war, dass die Aktie einen Wert von 50 Euro hatte.

Beweggründe von Käufern diese Aktie zu kaufen

Der erste Käufer, welcher sich für die Aktie interessiert hat sämtliche Marktdaten gesammelt und analysiert. Aus dieser Analyse ergab sich, dass die Aktie erst bei einem Preis von 80 Euro fair bewertet wäre. Da zu diesem Preis doch noch eine gewisse Steigerung erfolgen muss setzt der Käufer 200 Aktien limitiert auf den Kaufpreis von 51 Euro. Ein anderer Kunde konnte sich durch einen Börsenbrief für die Aktie begeistern und hat nicht sehr viel Ahnung vom Handel. Er beauftragt seinen Börsenmakler ein Paket von 140 Aktien zu kaufen und diese zu jedem Preis, was in der Fachsprache auch als billigst bezeichnet wird. Ein weiterer Käufer möchte nur einen schnellen Gewinn machen, da er der Meinung ist, dass die Aktie nur kurzfristig so in die Höhe schnellt. Er kauft ein Aktienpaket von 50 Aktien, welche ein Limit von 52 Euro haben. Zudem liegt sein Limit, was den Verkaufspreis anbelangt, bei 57 Euro, womit er 5 Euro pro Aktie Gewinn machen würde.

Beweggründe von Verkäufern die Aktie zu verkaufen

Der eine Verkäufer ist derjenige, welcher den Börsenbrief aufgesetzt hat und die Aktie bewusst gepusht hat. Dies hat er mit dem Hintergrund getan, dass er den größten Gewinn aus diesem Geschäft erzielen möchte. Sein Limit zum Verkauf liegt bei 51 Euro , da er hier der Meinung ist die meisten Interessenten zu finden. Er hat ein eigenes Aktienpaket von 40 Aktien. Ein weiterer Käufer hat den Kurs in Echtzeit verfolgt und vor ein paar Stunden ein Aktienpaket von 100 Aktien zu einem Preis von 46 Euro gekauft. Sein Limit zum Verkauf liegt bei 52 Euro pro Aktie, da er so 6 Euro Gewinn machen würde. Durch die Echtzeitverfolgung kann dieser Verkäufer auch sehr schnell reagieren. Der dritte Verkäufer hat gesehen, dass es genug Interessenten bei einem Preis über 50 Euro gibt und möchte sein kleines Aktienpaket von 60 Aktien schnell loswerden.

All diese Informationen werden nun in das Orderbuch eingetragen. Dort wird festgehalten, welcher Käufer billigst kaufen möchte und wo die einzelnen Limits für die anderen Interessenten liegen. Bei den Verkäufern wird das Prozedere wiederholt.

Bildung des Aktienkurses

Aus diesen Informationen im Orderbuch stellt der Computer des beauftragten Maklers den Kurs fest, bei welchem der größtmögliche Umsatz an Aktien erzielt wird. Insgesamt gibt es Ein Aktienvolumen, welches gekauft werden soll von 390 Aktien. Davon sollen 200 Aktien bei maximal 51 Euro gekauft werden, 50 Aktien bei maximal 52 Euro und 140 Aktien billigst. Auf der anderen Seite stehen ein Verkäufer mit 100 Aktien, welche zu 52 Euro verkauft werden sollen, ein Käufer mit 40 Aktien, welche er zu 51 Euro verkaufen möchte und ein Verkäufer mit einem Aktienpaket von 60 Aktien, welches so schnell wie möglich verkauft werden soll.

Der beste Kurs liegt demnach bei 52 Euro, da hier 190 Aktien gekauft werden würden und 160 zum Verkauf stehen. Es würden also die meisten Aktien umgesetzt werden, da bei einem Preis von 51 Euro nur 100 Aktien umgesetzt werden könnten, da zu diesem Preis erst einmal nur so viele zum Verkauf stehen.

Nachdem der Computer all diese Zahlen ausgewertet hat wird die Order gegeben und die Verkäufe und Käufe findet statt. Nach diesem Prozess beginnt der Prozess im Prinzip von vorne.

An Hand dieses Beispiel kann gesehen werden, dass es zwar ein rationaler Vorgang ist, wie ein Börsenkurs zustande kommt, die Beweggründe der Anleger jedoch irrational sind. Es ist also sehr schwer wirklich immer den tatsächlichen Wert abzubilden, da die einzelnen Beweggründe der jeweiligen Akteure nie komplett ermittelt werden können. So kommt es dann eben auch einmal zu gewissen Kurssprüngen, welche sich nicht nur mit dem Wert des Unternehmens erklären lassen.