Die Börse ist ein Handelsplatz, an welchem Güter, Devisen oder Wertpapiere gehandelt werden. Sie dient dazu, dass Angebot und Nachfrage an einem Ort zusammengeführt wird und unter Aufsicht von sogenannten Maklern Käufe und Verkäufe (Trades) getätigt werden können. Der Preis für die gehandelten Objekte wird laufend durch die Menge an dem Angebot und der Höhe der Nachfrage festgemacht. Diese Entwicklung spiegelt sich dann in den sogenannten Kursen wieder.
Grundlagen der Börse
Ziel von Börsen ist es die Effizienz des Handels zu steigern, die Transaktionskosten so gering wie möglich zu halten, die Manipulation einzuschränken und auch die Marktliquidität zu steigern. Der Handel an der Börse wird in jedem Land von staatlichen Aufsichtsämtern kontrolliert. Anders ist es nur bei dem außerbörslichen Handel, welcher sich der Aufsicht entzieht. Damit es nicht zu Komplikationen bei der Zuordnung von den jeweiligen Börsen kommt, wurde jeder Börse in dem ISO 10383 ein sogenannter Market Identifier Code zugeteilt.
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Der Begriff Börse – Herkunft
Im Sinne eines Geldbeutels stammt der Begriff Börse aus dem mittellateinischen ab und bedeutet Ledertasche. Dies kann sogar bis ins altgriechische verfolgt werden, wo býrsa abgezogenes Fell oder Tierhaut bezeichnete. Da sich der Begriff in einem ständigen Wandel befindet, hat sich die Bedeutung seit der Antike vom Material weg entwickelt. Heute ist das Behältnis an sich der Bedeutungsschwerpunkt.
Im Bezug auf die Börse als Handelsplatz, liegt der Ursprung des verwendeten Begriffes im europäischen Frühkapitalismus. In der Stadt Brügge war eine Familie von Kaufmännern ansässig, welche in ihrem Haus regelmäßig geschäftliche Treffen abhielt. Der Name der Familie war van der B(e)urse, welcher auf die drei Geldbörsen in ihrem Wappen zurückging. Mit der Zeit ging der Familienname auf die geschäftlichen Treffen an sich über. Da in dem Haus auch viele ausländische Gäste vertreten waren hat sich der Begriff Börse in andere Länder übertragen und ist noch heute das Synonym für Handel.
Börsenarten
Es gibt fünf verschiedene Arten von Börsen:
- die bekannteste Form ist die Wertpapierbörse oder Aktienbörse, wo mit festverzinslichen Wertpapieren und Aktien gehandelt wird
- an den Terminbörsen oder Warenterminbörsen werden Warentermingeschäfte abgewickelt und mit Derivaten gehandelt
- an den Devisenbörsen wird mit Fremdwährungen Handel betrieben
- der Handel mit Waren, also landwirtschaftlich erzeugten oder importierten Gütern, findet an der Warenbörse statt. Diese Form der Börse war auch die erste bestehende Börse und hat sich mit der Zeit in weitere spezielle Börsen für ein bestimmtes Gut aufgeteilt.
Zum Schluss sind noch die Märkte aufzuführen, welche börsenähnlich strukturiert sind, wie zum Beispiel die Dienstleistungsbörsen oder die Schifffahrtsbörse.
Börsenformen
In der heutigen Zeit gibt es zwei Formen von Börsen: die Präsenzbörse und die Computerbörse. Bei der Präsenzbörse wird gemeinhin auch von dem sogenannten Parketthandel gesprochen. Es handelt sich hierbei um die klassische Form, da Börsenmakler auf dem Parkett persönlich Geschäfte abschließen. Dies geschieht entweder im Auftrag eines Kunden oder für den Eigenhandel.
Bei der Computerbörse wird die Funktion des Maklers von einem computergestützten Handelssystem übernommen. Über sogenannte Masken auf dem Computer werden die nötigen Eingaben gemacht und das System errechnet die Kurse und wickelt den Handel ab. Diese Form der Börse hat sich immer weiter ausgebreitet und sorgt momentan dafür, dass der Hauptanteil der Gewinne über die Computerbörse generiert wird.
Je nach dem gehandelten Gegenstand unterscheidet sich die Definition der Börsenform:
- Derivate
- Devisen
- Dienstleistungen
- Wertpapiere
- Waren, Rohstoffe und Produkte
- Emissionen
- elektrischer Strom
Handelsformen & Zeiten
Nicht nur die Börsenart und Form ist unterschiedlich, auch der Handel teilt sich in verschiedene Formen auf. Wird in Form einer Aktion gehandelt wird so auch die Handelsform genannt, welche dann an der Auktionsbörse ausgeübt werden kann. An der Market-Maker-Börse wird die Market-Maker-Form des Handelns betrieben und dann gibt es da noch Mischformen, wo Auktionen mit dem fortlaufenden Handel kombiniert werden. Wenn ein Unterschied zwischen der Art der Abwicklung des Handels gemacht wird, werden die Termini Kassageschäfte und Termingeschäfte verwendet.
Der Handel findet nicht nur auf unterschiedlichen Börsen mit unterschiedlichen Formen statt, auch die Handelszeit ist festgelegt, damit eine gewisse Struktur gewährleistet ist. In Deutschland ist es so, dass an den Börsen in Stuttgart und Frankfurt um 9 Uhr der Parketthandel beginnt und an den Börsen in München, Berlin und Düsseldorf um 8 Uhr. Ende des Handels ist jeweils um 20 Uhr. Bei der Computerbörse ist es nochmals anders, da hier der Handel schon um 17:30 Uhr beendet wird.
Börsenplatz Deutschland
Jede größere Nation hat mehrere Börsenplätze. In Deutschland gibt es insgesamt 11 Börsen: eine Warenterminbörse, acht Wertpapierbörsen, eine Wertpapierterminbörse und deine Devisenbörse.
Konzentrieren tut sich der Börsenhandel in Frankfurt am Main, dem wichtigsten Börsenplatz in Deutschland. Hier befinden sich die Handelsplattformen Eurex und Xetra, sowie die Frankfurter Wertpapierbörse. Weit mehr als 50 Prozent des gesamten deutschen Aktienhandels findet in Frankfurt am Main statt. Zudem wird dieser Standort auch international hoch angesehen.
Die anderen sieben Wertpapierbörsen befinden sich in anderen deutschen Städten, werden jedoch auch nur als Regionalbörsen bezeichnet. Standorte sind Die Börse Düsseldorf, Hamburger Börse, Börse Berlin, Tradegate Exchange Berlin, Börse Stuttgart, Börse München, European Energy Exchange Leipzig und die Börse Hannover.
Der Standort Deutschland hatte bis zu der Zeit des Nationalsozialismus weit mehr Börsenplätze. Da Die NSDAP jedoch der freien Wirtschaft und Börsen skeptisch gegenüberstanden, wurden die einzelnen 21 Börsen peu a peu immer weiter zusammengefasst. Die Börsen in Bremen und Lübeck gingen zum Beispiel in der Hamburger Börse auf, genauso wie die Leipziger Börse aus den Börsen in Halle, Chemnitz, Zwickau und Dresden entstand. Die Börsen in Essen und Köln wurden in die Düsseldorfer Börse integriert. Auch die Börse in Mannheim musste sich in die neu geschaffene Rhein-Mainische Börse in Frankfurt am Main integrieren. Am Ende dieses Prozesses gab es in Deutschland nur noch neun Börsen. Seit 2007 sind es nur noch 8 Börsen, da zu diesem Zeitpunkt die Bremer Börse aufgelöst worden ist. Zu dieser Zeit hat auch das Ansehen der deutschen Börsen stark gelitten, da diese vom Handel zum Großteil ausgeschlossen waren. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges hat sich der Standort Deutschland wieder erholt. Nach und nach wurde in Frankfurt wieder mehr Handel betrieben und der Handelsplatz konnte sich wieder in der internationalen Elite etablieren.