Ein weiterer Handelsplatz in Deutschland ist die Berliner Börse. Hier handelt es sich, im Gegensatz zu den Handelsplätzen in Frankfurt am Main und Stuttgart, jedoch um eine sogenannte Regionalbörse. Eigentümer ist der eingetragene Verein Berliner Wertpapierbörse, wobei es sich bei der eigentlichen Börse um eine Aktiengesellschaft handelt.
Aktienhandel an der Berliner Börse
Da es sich hier um eine Regionalbörse handelt, ist auch das Handelsvolumen und der Umsatz etwas geringer, als an den großen Börsen dieser Welt. Im Jahr 2008 betrug der Umsatz 77 Milliarden Euro, worauf auf den Aktienhandel knapp 20,3 Milliarden Euro entfielen. Insgesamt ist also der Umsatz gestiegen, nur der Aktienhandel musste ein deutliches Minus hinnehmen. Nur durch den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, wo der Umsatz bei 56,7 Milliarden Euro lag, konnte beim gesamten Umsatz ein Plus verzeichnet werden.
Auch das Handelsvolumen ist gering. An der Berliner Börse sind gerade einmal 20 Makler und 63 Kreditinstitute aktiv. Diese handeln mit knapp 16.000 ausländischen Aktien, welche primär aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommen und aus dem asiatischen Raum. Insgesamt wird der Freiverkehr, also der Handel mit Anleihen, Zertifikaten, Optionsscheinen und Aktien; auf knapp über 22 Tausend Werte geschätzt.
Geschichte Börse in Berlin
Ursprünglich gegründet wurde die Berliner Börse im Jahr 1685. Die Gründung erfolgte durch den Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Obwohl die Börse 1685 gegründet worden ist, fand die erste Sitzung knappe 50 Jahre später statt. Der damalige Sitz der Berliner Börse befand sich in unmittelbarer Nähe des Berliner Doms, im Obergeschoss des ehemaligen Lusthauses. 1798 wurde der Platz etwas zu eng und das Gebäude wurde abgerissen, damit eine neue Börse gebaut werden konnte. Die neue Berliner Börse befand sich nun in der Burgstraße und konnte 1864 bezogen werden. Während des Kampfes um Berlin im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt und konnte danach nicht mehr genutzt werden.
Im Jahre 1922 wurde an der Berliner Börse von dem statistischen Reichsamt der Aktienindex erhoben. Grundlage dieses Indexes waren mehr als 300 repräsentative Aktien, welche an der Berliner Börse gehandelt worden sind und wo der durchschnittliche Börsenwert benutzt worden ist. Im Jahr 1927 fand der berühmte Schwarze Freitag statt, wo die schlimmste Wirtschaftskrise der damaligen Zeit begonnen hat. Der Aktienkurs verlor an nur einem Tag mehr als 30 Prozent. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurde der Aktienhandel mehr und mehr eingeschränkt. Ab dem Jahr 1943 wurde auch kein Aktienindex mehr erhoben. Bis zum Ende des Krieges wurden weniger als die Hälfte der ursprünglichen Aktien überhaupt noch gehandelt.