Die European Energy Exchange (EEX) hat ihren Sitz in Leipzig und wurde im Jahr 2002 gegründet. An diesem Handelsplatz werden nur Energie und ernergienahe Produkte gehandelt. Es handelt sich hierbei um eine Aktiengesellschaft, welche aber als öffentlich-rechtliche Institution dem Börsengesetz untersteht. Die EEX ist die größte Energiebörse in Europa.
Aktienhandel am European Energy Exchange
Die Betreibergesellschaft der EEX ist die EEX AG, welche mehrheitlich im Besitz der Eurex Zürich AG ist. Das Besondere an diesem Handelsplatz ist, dass das Handelsvolumen in Terawattstunden berechnet wird. Im Jahr 2008 belief sich zum Beispiel das Volumen auf 1.319 Terawattstunden Strom, was eine Steigerung um 3.6 Prozent betrug. Weiterhin wird an der EEX mit sogenannten europäischen Emissionsberechtigungen (EUA) gehandelt. Das gehandelte Volumen betrug hier 78.297,504 EUA und verdreifachte sich vom Jahr 2007 zum Jahr 2008. generell wird an der EEX viel mit sogenannten Futures gehandelt, welche einfach nur ausdrücken, dass hier ein Geschäft für die Zukunft abgesichert wird. Speziell wird mit Strom-Futures, CER-Futures, Erdgasfutures und Kohle-Futures gehandelt.
Der Spotmarkt der EEX in Leipzig
2009 wurde an der EEX der EEX-Spotmarkt eingeführt. Hier kann Strom für Frankreich, Österreich, der Schweiz und Deutschland gehandelt werden, was meist der kurzfristigen Portfoliooptimierung dient. Weiterhin kann hier mit NCG und GASPOOL gehandelt werden. Am Spotmarkt wird zwischen zwei Handelsarten unterschieden: dem Auktionshandel und dem Intraday-Handel.
Beim Auktionshandel wird der Strom für den nächsten Tag gehandelt. Dies ist gerade für Länder und Unternehmen günstig, welche ihre Strommengen optimieren müssen. Das kann unterschiedliche Gründe haben, wie zum Beispiel einen Stromüberschuss oder zu wenig Strom. Beim Auktionshandel ist es möglich stündlich verschiedenen Angebote mehr oder weniger simultan zu platzieren und diese zu unterschiedlichen Preisen zu kaufen oder zu verkaufen. Ist die Auktion beendet wird am nächsten Tag der gekaufte bzw. verkaufte Strom an die jeweilige Regelzone geliefert.
Beim Intraday-Handel wird der Strom für denselben Tag gehandelt. Gerade bei kurzfristigen Engpässen oder bei viel zu viel produziertem Strom bietet sich diese Variante des Handels an. Durch solche Käufe oder Verkäufe ist es zum Beispiel möglich Abweichungen in den Verbrauchsprognosen zu vermeiden, was zur Reduzierung von Regelenergiekosten beiträgt. Aus diesem Grund findet hier auch der Handel an jedem einzelnen Tag im Jahr rund um die Uhr statt. Händler können ihr Angebot stündlich bis 45 Minuten vor Lieferbeginn handeln. Ab einer gewissen Uhrzeit wird dann schon für den nächsten Morgen gehandelt. Es ist zudem möglich auch sogenannte Blöcke zu formen, wo dann mehrere Stunden in einem Paket gehandelt werden.