Bei der Börsen AG handelt es sich um die Börsen Hamburg und Hannover, welche sich 1999 zusammengeschlossen haben. Rechtlich gesehen ist es eine Aktiengesellschaft. Weiterhin kann gesagt werden, dass es sich um eine Regionalbörse handelt.
Aktienhandel an den Börsen Hamburg & Hannover
An den Börsen Hannover und Hamburg steht Anlegern ein großes Spektrum an Wertpapieren zum Handel zur Verfügung. Neben Investmentfonds und Aktien können zudem Renten, Lebensversicherungen, geschlossene Fonds und Rentenversicherungen gehandelt werden. Mit einem Umsatz von rund 28,8 Milliarden Euro belegt die Börsen AG den dritten Platz, hinter der Frankfurter Börse und der Stuttgarter Börse, in Deutschland. Der Handel ist in vier Segmente unterteilt, welche auch unterschiedliche Handelszeiten haben. Beim Anleihenhandel wird von 8 Uhr bis 17 Uhr 30 gehandelt, und zwar wird mit Rentenpapieren, Obligationen und Bundeswertpapieren gehandelt. Der Aktienhandel findet in der Zeit von 8 Uhr bis 20 Uhr statt. Hier werden die großen Aktien gehandelt, also der DAX, der Dow Jones, der SDAX, der TecDAX, Eurostoxx und auch der MDAX. Ein weiteres Segment ist der Policehandel, welcher seit 2008 den Handel mit Renten- und Lebensversicherungen ermöglicht.
Der Fondshandel ermöglicht den Handel mit Investmentfonds. Dieser ist, anders als im klassischen Handel, an der Börse Hannover und Hamburg variabel. Zudem werden hier auch die geschlossenen Fonds gehandelt. Das letzte Segment ist der Mittelstand, welcher ein eigenes Parkett hat. Hier können alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe, Handel betreiben, zum Beispiel um frisches Geld zu bekommen oder als Alternative zu dem klassischen Kreditgeschäft.
Geschichte der Börsen in Hamburg & Hannover
Die Geschichte der Hamburger Börse reicht bis in das Jahr 1558 zurück, was diese Börse zu der ersten Börse in Deutschland macht. In diesem Jahr wurde den Kaufleuten gestattet auf einem Platz Handel zu treiben. Primär wurden zu dieser Zeit Warengeschäfte getätigt, wobei schon ab und an Geschäfte mit Wertpapieren und Versicherungen hinzu kamen. Auf Grund der Handelstätigkeiten und des Hafens in Hamburg nahm auch das Volumen des Börsenhandels stetig zu. 1563 wurde das Gebäude der Hamburger Börse fertiggestellt und erst 250 Jahre später zog die Börse in das nächste Börsengebäude. Heute befindet sich in der ehemaligen Börse die Handelskammer. Seit 2006 residiert die Hamburger Börse im Kontorhaus.
Die Börse Hannover wurde erst im Jahre 1785 gegründet, damit der Handel für Kaufleute aus dieser Region vereinfacht wird. Jedoch wurde dieser Club erst zwei Jahre später von Georg dem Dritten rechtlich anerkannt. 1815 wurde die Börse Hannover zu einem Handelsverein erweitert. Das Vermögen des Handelsvereins ging im Jahr 1867 an die Handelsinnung über, damit der Handel noch weiter ausgebaut werden konnte. Seit dem Jahr 1923 befindet sich der Sitz der Börse Hannover im Gebäude der Calenberg-Grubenhangesche Landschaft, welches heute unter Denkmalschutz steht.