Fundamentale Aktienanalyse
Die fundamentale Aktienanalyse ist eine traditionelle Methode zur Aktienbewertung und eher längerfristig orientiert. Ziel ist es, den wahren / inneren Wert des Unternehmens festzustellen und Fehlbewertungen aufzudecken. Dazu werden alle Daten über Wertbestimmungsgrößen gesammelt. Die Strategie liegt darin, Unter- und Überbewertungen auszunutzen.
Bei der fundamentalen Aktienanalyse wird davon ausgegangen, dass der Aktienkurs sowohl von der globalen, gesamtwirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst wird, als auch von länder- oder marktspezifischen Daten abhängt. Somit fließt eine große Datenvielfalt in die fundamentale Aktienanalyse ein, was zu einem schwer erfüllbaren Anspruch dieser Analyse führt. Trotzdem handelt es sich um eine in der Praxis immer noch dominierende Analysemethode.
Die fundamentale Aktienanalyse setzt das rationale Handeln der Marktteilnehmer (Mensch als homo oeconomicus) voraus, somit ist das Ertragsstreben nach Kursgewinnen und Dividenden entscheidend für den Kauf oder Verkauf von Aktien.
Aus den vielfältigen Daten soll der innere Wert der Aktie bestimmt werden, zentrales Kriterium ist hiefür die Ertragskraft des Unternehmens.
Steigt dann der Kurs der Aktie über den inneren Wert, so ist die Aktie überbewertet und wird verkauft. Sinkt der Kurs der Aktie unter den inneren Wert, so ist sie unterbewertet und wird gekauft.
Die daraus abzuleitende Anlageregel ist einfach:
Aktien kaufen, wenn der aktuelle Kurs unter dem inneren Wert liegt (Die Aktie ist unterbewertet!).
Aktien verkaufen, wenn der aktuelle Kurs über dem inneren Wert liegt (Die Aktie ist überbewertet!).
Nun stellt sich die Frage, wie der innere Wert einer Aktie ermittelt wird.
Dies kann nach dem Barwertkonzept, mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis oder dem Kurs-Cash Flow-Verhältnis geschehen.
Beim Barwertkonzept werden die zukünftigen Zahlungen auf den Betrachtungszeitraum diskontiert, also abgezinst. Die Schwierigkeiten liegen sowohl in der Schätzung der zukünftigen Zahlungen als auch in der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes.
Aufgrund der einfacheren Handhabung ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei Privatanlegern in der Praxis teilweise sehr beliebt.
Hierbei wird Quotient aus dem Kurs der Aktie und dem zugehörigen Gewinn gebildet. Das Ergebnis lässt sich dann mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis der Branche oder des Marktes vergleichen.
Eine Aktie ist unterbewertet, wenn ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis unter dem der Branche bzw. des Marktes liegt und sollte daher gekauft werden.
Wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie über dem Branchen- / Markt-Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt, so ist die Aktie überbewertet und sollte verkauft werden.
Außerdem kann man die historische Entwicklung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses einer Aktie nachvollziehen. Ein steigendes Kurs-Gewinn-Verhältnis kann als Kaufsignal gedeutet werden.
Das Kurs-Cash Flow-Verhältnis kann als Korrektur des Kurs-Gewinn-Verhältnisses bezeichnet werden, da es nicht nur der Jahresüberschuss, sondern der gesamte Cash Flow berücksichtigt wird und damit aussagekräftiger ist.
Man bildet den Quotient aus dem Kurs der Aktie und dem zugehörigen Cash Flow. Das weitere Vorgehen entspricht dem des Kurs-Gewinn-Verhältnisses.
